Über mich

Hier erfahren Sie mehr über die Künstlerin. Das folgende Interview ist fiktiv, aber beinhaltet viele Fragen, die Verena oft gestellt werden (quasi ein FAQ), und soll Ihnen einen Einblick in Verenas künstlerischen Werdegang und den Arbeitsalltag als Künstlerin geben.

 

Wie sind Sie zur Jonglage gekommen?

Als Jugendliche nahm ich wie fast jedes Jahr am Ferienlager des örtlichen Jugendvereins teil und dort war das Motto Zirkus. Ich war hin und weg und konnte gar nicht mehr aufhören zu üben. Nach dem Ferienlager schaute ich mich in der Gegend um, ob man sowas auch irgendwo weiter lernen kann. So kam ich zur Jugendkunstschule Nürtingen, wo ich dann die wöchentlichen Zirkusklassen bei Doro Brandstetter besuchte. Nach und nach wurde ich besser und da es mich immer schon zur Bühne hingezogen hat und ich auf Jonglierconventions und privaten Veranstaltungen nebenbei schon Bühnenerfahrung gesammelt hatte, entschloss ich mich, die Jonglage und Artistik zum Beruf zu machen.

Welche Ausbildung haben Sie?

Meine artistische Ausbildung startete ich, wie gesagt, an der Jugendkunstschule Nürtingen. Parallel zum Unterricht dort besuchte ich viele Jonglierconventions, um meine Fähigkeiten bei Workshops zu verfeinern und mich mit anderen Jongleuren auszutauschen. Das und jahrelanges Training bildeten das Fundament. Eine kurze, aber intensive, Ausbildung erhielt ich an der Zirkusschule Gävle in Schweden, wo ich 2013 für meinen Job bei 2Entertain vorbereitet wurde. Der Fokus lag hier auf Theater, Clownerie, Bühnenpräsenz und Choreographie.

Meine formale Qualifikation hat ihre Wurzeln auch in der Begeisterung durch die Jonglage: Nach dem Abi begann ich zunächst mit einer Ausbildung zur Europasekretärin, da ich sprachbegeistert bin und viel von der Welt sehen wollte. Weil mir das Organisieren von Jonglierconventions so viel Spaß und Freude bereitete, ging ich im Anschluss nach England für ein Bachelorstudium in Hospitality, Tourism und Event Management an der Universität Plymouth. Um das Ganze abzurunden und meine Kenntnisse zu vertiefen, absolvierte ich zuletzt ein Studium an der Hochschule Pforzheim im Bereich Betriebswirtschaft. So sind auch die nicht-künstlerischen Teile meines Berufs für mich selbstverständlich und ich freue mich, diese Tätigkeit ganzheitlich machen zu können: vom Angebot, über die Gestaltung der Shows, über Abrechnung und Steuern bis zu rechtlichen Aspekten wie Verträgen.

Nach wie vor gehe ich auf so viele Jonglierconventions wie möglich, denn die Szene ist für mich sehr wichtig, dort liegen meine Wurzeln und dort finde ich auch immer Austausch und Inspiration. Auch auf europäischer Ebene bin ich viel unterwegs und versuche, so oft wie möglich, die EJC – die Europäische Jonglierconvention – mitzumachen, die einmal im Jahr stattfindet.

Was ist für Sie das Besondere an Ihrem Beruf?

Auf jeden Fall die Vielfältigkeit! Ich lerne so viele verschiedene Menschen kennen, komme viel rum, sehe die unterschiedlichsten Events – vom kleinen gemütlichen Geburtstag bis zum großen Festival. Es ist immer spannend. Ebenso wichtig ist für mich, dass ich meine eigenen Ziele umsetzen und meine Kreativität ausleben kann. Ich kann in dieser Form der künstlerischen Tätigkeit alle Parameter selbst bestimmen, zum Beispiel, welche Tricks ich lernen möchte, wie ich eine Show oder ein Kostüm gestalten möchte. Hier kommen die Inspirationen aus ganz verschiedenen Richtungen, aber letztendlich kann ich immer selbst entscheiden, welche Idee ich umsetze. Dann zu sehen, dass meine Ideen ankommen und beliebt sind, ist nicht nur eine Bestätigung, sondern auch ein Grund, immer wieder etwas Neues zu erschaffen.

Was war ihr größter Auftritt bis jetzt?

Nun, da gibt es mehrere. Das größte Publikum hatte ich, als ich 2012 Teil der Arenashow bei den Kaltenberger Ritterspielen war. In die Arena passen 18.500 Menschen, das war schon ein gewaltiger Anblick an den ausverkauften Abenden. Dort war ich allerdings nur ein sehr kleines Detail in der Show. Meine größten Solo-Auftritte habe ich auf der Kulturbühne bei Das Fest 2016 und 2018 gespielt, einmal mit Feuer, einmal mit LED. Dort waren mehrere Tausend Leute vor Ort, genauer weiß ich es leider nicht. Als Jonglage-Trainerin war ich mal beim Familienfest eines großen Softwareunternehmens. Dort war ich mit einem Team von Artisten und Pädagogen fast sieben Stunden vor Ort und wir brachten den Mitarbeitern und ihren Familien Jonglage, Laufkugel, Rola Bola und viele andere tolle Sachen bei. Es waren über 30.000 Leute vor Ort und auch wenn nur ein Bruchteil davon bei uns vorbeikam, war es doch gewaltig.

Was war Ihr ausgefallenster Aufrittsort?

Das erste, was mir da einfällt, ist ein Auftritt von diesem Jahr: Ich spiele öfter – und auch sehr gerne – in Thermen und Bädern. Darunter waren auch die Schwabenquellen in Stuttgart. Die Show sollte mitten im Pool stattfinden, auf einem kleinen Podest mit 2 x 2 m. Dieses wurde auf dem Boden des Pools fest installiert. Ich hatte einen großen Respekt vor dieser Herausforderung, denn 4 m² sind ganz schön knapp für Jonglage und ich durfte natürlich nichts ins Wasser fallen lassen, sonst wären die Bälle und Keulen nass geworden und dadurch schwerer zu jonglieren. Vor Ort lief es prima und ich war sehr erleichtert. Ich genoss natürlich auch die Atmosphäre und die fantastische Kulisse, die das Bad bietet.

Was war das kurioseste Erlebnis bei einem Event?

Ich hatte einmal die Aufgabe, für Blinde eine LED-Show zu machen. Das klingt zunächst unmöglich, aber das war es nicht: Die Firma, die mich engagiert hatte, produziert spezielle Geräte, die den Menschen möglich macht, hell und dunkel unterscheiden zu können und somit zumindest einen Teil der Sehkraft eines gesunden Menschen zu erlangen. Mein LED- und Feuer-Show war also eine der wenigen Darbietungen, die sie wahrnehmen und genießen konnten. Die Freude an diesem Abend war spürbar.

Dann gab es noch eine Hochzeit, die mir immer im Gedächtnis bleiben wird. Ich war dort für eine Feuershow gebucht, an deren Ende natürlich das Finale mit dem brennenden Herzen stand. Dafür sucht sich das Brautpaar immer einen Song aus, in diesem Fall wünschte sich die Braut „I will always love you“ von Whitney Houston. Die Gäste waren mit vollem Enthusiasmus dabei und sangen das komplette Stück mit. Egal wie schräg, es wurde gegrölt, gesungen und alle hatten einen Riesenspaß.

Wie muss man sich den Arbeitsalltag einer selbständigen Künstlerin vorstellen?

Das ist sehr unterschiedlich, aber einige Elemente kommen doch häufiger vor: ich sitze täglich am PC, um den geschäftlichen Teil meiner Arbeit zu machen, also Angebote und Rechnungen schreiben, meine Website betreuen, Videos bearbeiten und vieles mehr. Das andere, was fast immer auf dem Plan steht, ist Training. Ich übe nicht nur Jonglage an sich, sondern mache auch anderen Sport, um fit zu bleiben. Zur Zeit ist das hauptsächlich Zumba, das macht Spaß und vereint Kraft, Ausdauer und Tanz. Dann gibt es natürlich auch Tage, da bin ich ganz intensiv in irgendeinem Projekt drin, zum Beispiel wenn ich ein neues Kostüm nähe. Das ist zeitintensiv und dann mache ich tagelang kaum etwas Anderes. Nicht zu vergessen sind dann natürlich die Auftrittstage. Wenn ich abends eine Show habe, fange ich bereits nach dem Frühstück an, zu packen, die Requisiten und Kostüme zu überprüfen und andere letzte Checks und Vorbereitungen zu machen.

Und dann gibt es noch viele weitere Aufgaben, die einem erstmal nicht in den Sinn kommen, wenn man an Bühnenkünstler denkt, die aber doch immer wieder anstehen und Zeit kosten: Kostüme waschen (meist von Hand), Make-up-Pinsel reinigen, Kostüme und Requisiten reparieren und das Zeitaufwändigste von allem: Musik suchen für eine neue Nummer.

Wenn Sie nicht selbständige Künstlerin wären, was wären Sie dann?

Da ich seit der ersten Jonglierconvention, die ich 2006 mitorganisierte, vom Event Management begeistert bin, wäre ich wahrscheinlich in dieser Ecke geblieben. Deshalb habe ich Event Management ja auch studiert. Ich mag es, zu koordinieren, den Überblick zu behalten und Checklisten zu erstellen. Es kann gut sein, dass diese Tätigkeit in meinem Leben irgendwann wieder eine größere Rolle spielt und das Künstlerdasein ablöst. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Aktuell folge ich aber noch dem Ruf der Bühne und gehe darin voll auf.

 

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